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E - Gomera 2011

La Gomera, 9.-27.11.2011
La Gomera ist in den letzten Jahren zu unserem bevorzugten Winter-Reiseziel geworden. Bereits zum dritten Mal bereisen wir das vielleicht landschaftlich reizvollste Eiland der Kanaren. Unser ursprünglicher Plan, die zweite Hälfte unseres Urlaubes auf der kleinsten Kanareninsel El Hierro zu verbringen, verhindert der seit mehreren Wochen brodelnde Vulkan vor La Restinga. Zunächst war lediglich der Süden der Insel betroffen – La Restinga wurde mehrfach evakuiert. Doch am Wochenende vor unserer Abreise waren zahlreiche Erdbeben auch im El Golfo Tal mit einer Stärke von bis 4,5 auf der Ric
hterskala gemessen worden, sogar der Tunnel musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Glücklicherweise hatte die Vermieterin unserer Unterkunft, der Finca Miramas, Verständnis für unsere Absage und zögerte keine Sekunde, uns die Vorauszahlung zurück zu überwiesen. Wie wir in den Internetforen gelesen haben, waren wir kein Einzelfall, zahlreiche beunruhigte Urlauber haben in den vergangenen Wochen ihre Reise nach El Hierro storniert. So haben wir uns entschieden, die ganzen zweieinhalb Wochen auf Gomera zu verbringen und uns für die zweite Hälfte unseres Urlaubes im Nordosten der Insel, in Agulo, eingemietet.

Dieses Mal wählen wir die bequeme Flugvariante mit TUI Fly ab Hannover, auch wenn das Ticket mit 270,-- pro Nase etwas teurer ist als bei Ryan Air in den letzten Jahren. Die weitere Anreise nach Gomera ab dem Flughafen Teneriffa Süd erfolgt wie gehabt mit dem halbstündlich verkehrenden 111er Bus nach Los Christianos und von dort aus mit der Fähre weiter nach San Sebastian auf Gomera. Nachdem die Preise der Fred Olsen Fähre im vergangenen Jahr erstaunlich günstig gewesen sind, erreichen sie in diesem Jahr wieder das alte Niveau: Ca. 60,--€ p.P. hin und zurück. Wesentlich günstiger ist es, die etwas langsamere Fähre von Armas zu wählen (34,-- € pro Ticket). Leider passen die Fährzeiten nicht immer und es ist nur wirklich günstiger, wenn man beide Passagen bei Armas bucht.


Wir haben einen Mietwagen über billiger-mietwagen.de gebucht. Die Angestellte der Avis Autovermietung wartet bereits am Anleger und übergibt uns einen recht neuen VW Polo. Leider ist unser schönes Casa Estella in La Puntilla schon besetzt gewesen, so dass wir ausweichen auf das Casa Nisarga im Künstlerdorf El Guro, in dem wir bereits 2008 gewesen sind. Somit ist wieder einmal tägliches Treppensteigen (ca. 150 Stufen bis zur Straße) angesagt! Verglichen mit dem Luxus im Vorjahr im Casa Estella kommt uns die Einrichtung in der Casa Nisarga geradezu spartanisch vor, insbesondere die Küchenausstattung lässt einige Wünsche offen. Dennoch kann man auf dem vierflammigen Gasherd mit integriertem Backofen sehr gut selbst kochen. Die himmlische Ruhe in El Guro  und die tolle Lage des Hauses gleichen zudem jegliche Einrichtungsmängel aus. Später stellen wir fest, dass sich unmittelbar neben der Casa Estella unten im Tal eine Großbaustelle befindet, die um 8.00 Uhr morgens die Nacht im Tal beendet. Dort wird der Barranco gegen den Protest der ökologisch engagierten Bewohner betoniert – wieder einmal ein völlig unsinniges gomerisches Projekt, noch dazu mit großem Aufwand finanziert durch EU-Fördermittel. Insofern sind wir im Nachhinein sehr froh, dass wir in El Guro abgestiegen sind.


Das „Valle“ im Wandel
Bereits im vergangenen Jahr haben wir festgestellt, dass sich die Atmosphäre im Valle mehr und mehr verändert. Mittlerweile werden täglich diverse Busladungen voll von dickbäuchigen All-Inclusive-Touristen aus Teneriffa oder aber von Kreuzfahrtschiffen zu einem Tagesausflug an die Playa Maria gekarrt, wahrscheinlich um einmal in ihrem Leben „ausgeflippte Alt-68er Hippies“ zu bestaunen (die es hier jedoch schon lange nicht mehr im Original gibt!). Sie laufen beklebt mit „lustigen bunten Sticker“ in Neonfarbe, auf dem die Nummer ihres Busses steht (damit ja keiner verloren geht ...), dümmlich grinsend die Playa auf und ab und vermengen sich auf der „Promenade“ zwischen La Playa und Vueltas mit der mittlerweile leider ebenfalls stark ansteigenden Anzahl der Alltours-, Neckermann- und Thomas Cook-Gomera Pauschaltouristen. Hier regiert dann eindeutig die deutsche Landessprache, so dass man bisweilen das Gefühl hat, man befände sich auf der Kurpromenade von Travemünde. Etwas Ruhe kehrt erst gegen Nachmittag ein, wenn die Tages-Touristen die letzte Fähre erreichen, die sie zurück in die Bettenburgen von Los Christianos, der Costa Adeje & Co schippert. Wenn im Valle nicht bald ein Sinneswandel einsetzt, wird sich das Ambiente allmählich an die Gruselorte auf Gran Canaria oder Teneriffa annähern, auch wenn sich auf Gomera der ganz große Massentourismus aufgrund des nicht vorhandenen internationalen Flughafens wohl nicht einstellen wird.

Ein weiterer Negativpunkt des Valles ist die mittlerweile unerträgliche Menge der Esoteriker verschiedenster Couleur, die hier ja scheinbar so super-frei von jeglichen Konventionen leben und mit verklärtem Blick durch die Gegend rennen. Auch diese Spezies scheint sich im Valle zu vermehren wie die Karnickel! Uns geht dieses Gehabe der ultimativen Erleuchtung inzwischen ziemlich auf den Keks, weshalb wir uns entschieden haben, künftig nicht mehr im Valle abzusteigen. Es gibt genügend glänzende Alternativen, auch hier auf Gomera. Oder aber wir wechseln komplett die Insel: Von El Hierro liest man ja, dass es auf dem kleinsten Kanaren-Eiland immer noch so sein soll, wie vor zwanzig Jahren auf Gomera.

Zum Glück besteht Gomera nicht nur aus dem Valle Gran Rey. Die Orte im Norden der Insel, zum Beispiel Hermigua, Vallehermoso oder Agulo, sind nach wie vor ruhig und ursprünglich und man kann hier noch immer authentische spanische bzw. gomerische Lebens-Art erleben. Für Gomera sprechen zudem nach wie vor die fantastischen, teils spektakulären Landschaften, die wir auch in diesem Jahr wieder auf den unzähligen Wanderungen genießen und die es in dieser Form sicher auf keiner anderen Kanareninsel gibt.


Das Valle kulinarisch

Gleich am zweiten Abend nach unserer Ankunft treffen wir uns unten bei der Bar Maria mit Christina und Marcus, die wir im vergangenen Jahr auf Gomera kennengelernt haben. Wir verbringen einen schönen Abend im Abisina, für uns eines der besten Restaurants in Valle. Hier gibt es hervorragende gomerische Hausmannskost zu zivilen Preisen. Die kleinen frittierten ganzen Tintenfische (Chocos) für 6,-- € sind ein Gedicht, auch die hausgemachten Fischkroketten oder das Conejo en Salsa (Kaninchen in pikanter kanarischer Soße) hervorragend!

Lediglich noch ein weiteres Restaurant suchen wir in diesem Jahr im Valle auf, das Sebastian in La Calera. Zuvor zeigen wir Christina und Marcus, die in La Calera ein schönes Apartment mit tollem Ausblick gemietet haben, unsere kleine Costa Rica Diashow auf dem Laptop – vielleicht lassen sich die Beiden ja inspirieren!? Das Abendessen bei Sebastian ist wie gewohnt gut. Da wir relativ spät kommen – Reservierungen werden im Sebastian grundsätzlich nicht angenommen -, gibt es nicht mehr alle Gerichte von der Speisekarte. Zum Glück ist aber der Thunfisch noch verfügbar – für viele Gäste der beste Thunfisch der gesamten Insel (10,50 €)! Das können wir nur bestätigen.

Aus kulinarischer Sicht sei im Valle Gran Rey nochmals der deutsche Schlachter Christopher am Hafen von Vueltas erwähnt, der hier zusammen mit seiner Frau seit zehn Jahren ausgezeichnete Fleischprodukte anbietet. Wir wünschten, wir hätten einen solchen Schlachter in der Heimat! Hervorzuheben ist das hervorragende marinierte Conejo en Vino Tinto oder aber das tiefgefrorenes Cabra-Fleisch (Ziege) ohne Knochen, welches man mit Gemüse, zum Beispiel Möhren, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch anbrät und dann über mehrere Stunden schmort. Am besten schmeckt das Fleisch übrigens am nächsten Tag nach nochmaligem Aufwärmen! Dazu gibt es bei Christopher leckere tiefgefrorene hausgemachte Kartoffelknödel, die man nur noch erhitzen muss.


Agulo

Die zweite Hälfte unseres Urlaubes verbringen wir in Agulo – das kleine Dörfchen gilt als der schönste Ort der Insel. Wir haben uns in der Villa de Agulo, einer kleinen ruhig gelegenen Apartmentanlage, eingemietet, 59,-- € / Tag. Die gesamte Anlage macht einen sehr gepflegten Eindruck, im Zentrum befindet sich sogar ein kleiner Pool mit Sonnenliegen. Unser Apartment (Nummer 11) verfügt über einen großen Balkon mit Meerblick, von dem man Teneriffa und den Teide sehen kann. Großer Nachteil dieses Apartments ist  seine Ausrichtung zur kleinen Dorfstraße. Zudem ist es lediglich mit einem 1,40 Meter breiten, französischen Bett ausgestattet, für uns ein echtes Ausschlusskriterium. Wir bitten daher die deutsche Verwalterin Simone Schmid am nächsten Morgen um ein anderes Apartment. Am Abend nach einer kleinen Wanderung ziehen wir um ins Apartment Nummer 5, das mit zwei einzelnen breiten Betten ausgestattet und in Richtung Garten ausgerichtet ist. Direkt vor unserer Nase gedeiht ein wundervoller Afrikanischer Tulpenbaum mit prachtvollen orangefarbenen Blüten. Hier werden wir uns sicher in der zweiten Hälfte unseres Urlaubes wohl fühlen. Frau Schmid liest ihren Gästen jeden Wunsch von den Lippen ab und ist auch sonst äußerst bemüht, jedermann zufrieden zu stellen. Unten im großen Aufenthaltsraum, in dem für die Gäate ein Computer und kostenloses W-Lan verfügbar ist, steht täglich ein Teller mit leckeren Mangos, die im Garten der Anlage gedeihen. Noch ein Wort zur Homepage der Villa de Agulo: Die Besucher der Homepage werden durch einen „Agulo-Song“ begrüßt, eine musikalische Liebeserklärung an das Dörfchen, vorgetragen von den Los Parranderos de Hermigua. Diese Folklore Gruppe ist im Tal eine lokale Berühmtheit. Häufig trifft sich die Combo in den Lokalen rund um Hermigua zu spontanen „Sessions“. Die CD ist im Supermarkt von Hermigua, direkt neben der Panaderia, für acht Euro käuflich zu erwerben, allerdings nur als Kopie ohne Cover - die Original CD ist wohl vergriffen.  Wir erfahren nebenbei, dass neben dem Supermarktbesitzer auch Taxifahrer Ramon, in dessen Haus wir im vergangenen Jahr gewohnt haben, bei der Gruppe mitwirkt. Wer ein Stück Gomera mit zurück in die Heimat nehmen möchte, dem sei diese CD wärmstens empfohlen.

Agulo liegt im Nordosten der Insel rund 200 Meter über dem Meeresspiegel und besteht aus den drei Ortsteilen La Montaneta, Las Casas und El Charco. Umgeben ist das Dörfchen von einem imposanten Fels-Amphitheater und terrassierten Feldern, die dem Örtchen einen grünen Gürtel verleihen. Überall wuchern Bananen-, Avocado- oder Mangobäume, viele Grundstücke sind von üppigen Passionsfrucht-Hecken eingefasst. Agulos Markenzeichen sind die Weihnachtssterne, die hier überall in den Gässchen und Gärten wuchern. Zur Adventszeit und zu Weihnachten wird dann nahezu jedes Haus mit den üppigen roten Blüten dekoriert.

Auf der Nordseite der Insel fangen sich vor allem im Winter häufig dichte Wolken, die regelmäßig abregnen und für die üppige Vegetation sorgen. Viele Häuschen sind seit unserem letzten Besuch renoviert und farbig angetüncht worden und haben dadurch das Ortsbild aufgewertet. Mitten durch die Ortsteile Agulos führt die Calle El Cavario hindurch. Sie bildet das Zentrum des Ortes. Hier befinden sich auch das Rathaus sowie die wuchtige Pfarrkirche San Marcos mit ihren auffälligen Betonkuppeln, die zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes gerade restauriert werden. An der Calle El Cavario liegen auch die schönsten Häuser mit der typisch kanarischen Architektur aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Es gibt auch ein letztes kleines Lädchen, von denen es in früheren Zeiten hier einige gegeben hat, den Viveres Marina, mit einer angeschlossenen winzigen Bar. Hier trafen sich in früheren Zeiten die Männer nach einem harten Arbeitstag auf ein Glas Rotwein und einen kleinen Plausch. Diese Tradition wird in der Bar Marina auch heute noch gelebt. Am Abend wird das komplette Dörfchen in einen gedämpften gelben Schein von zahlreichen Straßenlaternen gehüllt, was für ein wahrhaft romantisches Gesamtambiente sorgt.

Ein weiteres Beispiel für kuriose gomerische Bauaktivität entsteht gerade hoch über den Dächern von Agulo: Am Rande der grandiosen Steilwand wird ein Mirador mit einem Skywalk nach dem Vorbild des Grand Canyons gebaut. Der Valle-Bote titelte bereits ketzerisch in einem Bericht über das Projekt: „Skywalk für Arme“! Und tatsächlich bleibt dem kritischen Betrachter unerschlossen, was den Aufwand für dieses Bauwerk rechtfertigt. Allenfalls könnte es zu einer weiteren Attraktion für die Bus-Tagesreisenden aus Teneriffa werden. Bliebt in jedem Fall kritisch anzumerken, dass die traumhafte Steilwand von Agulo durch das Gebäude ein Stück weit verschandelt wurde.

Auch dem idyllischen Meeresschwimmbecken von Hermigua, einer ehemaligen Bananen-Verladestation, statten wir wieder einen Besuch ab – ein wahrlich magischer Ort, insbesondere im diffusen Licht der untergehenden Sonne. Im Winter ist ein Bad im Becken nicht ganz ungefährlich, da hohe Brecher unvermittelt über den Beckenrand schlagen und den unvorsichtigen Badegast an die scharfkantigen Beckenränder drücken können. Es ist hier schon zu zahlreichen schweren Unfällen gekommen. Auch wenn das Meer noch so harmlos aussieht, so kann es schon im nächsten Moment die gefahrbringende Monsterwelle bringen!

Noch ein Tipp für all diejenigen, die sich für ihren Rückflug online einchecken wollen: In Hermigua kann man in der Casa de la Cultura auf dem Plaza de la Encarnacion kostenlos ins Internet und auch sein Flugticket ausdrucken. Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 9 – 13 Uhr sowie 16 – 20 Uhr.


Agulo/Hermigua kulinarisch
In Agulo gibt es einige Restaurants, die wir während unseres Aufenthaltes ausprobiert haben. Allen voran zu erwähnen ist das „El Vieja Escuela“ (Die Alte Schule) – für uns ein Restaurantname mit Tradition, da dies in Hamburg das bevorzugte Restaurant ist, in das wir schon so oft mit unserer mittlerweile 104 jährigen Omi gegangen sind! Hier gibt es vorzügliche Churros de Pescado – nicht etwa Fischstäbchen, wie man glauben könnte, sondern in einem sehr lockeren und wohlschmeckenden Teig ausgebackene Fischstückchen mit hausgemachten Patatas Fritas (oder wahlweise Pappas Arrugadas con Mojo).

Das El Molino, an der Hauptstraße nach Vallerhermoso gelegen, ist ebenfalls ein authentisches Restaurant, in dem auch zahlreiche Einheimische verkehren. Es ist schon eine Wohltat nach neun Tagen Valle Gran Rey spanisch sprechende Menschen in den Restaurants vorzufinden! Auch wenn der Inhaber des El Molino seine paar Bocken Deutsch, wie zum Beispiel „viele Vitaminos“ fortlaufend anbringen möchte, bleibt für uns doch insgesamt ein eher positiver Eindruck. Der Thunfisch, den wir ordern, hat zwar nicht die überragende Qualität aus dem „Sebastian“ in La Calera, aber „Tuna en Salsa rojo“ kostet ganze 6,-- € und ist augenscheinlich mit Herz zubereitet worden! Auch die Garbanzos con Chorizo (Kichererbsen mit einer spanischen scharfen Salami) als Entremese (4 €) sind empfehlenswert.

Seit Mai 2011 ist das El Faro unten am Playa Santa Catalina in Hermigua wieder eröffnet. Die deutsche Inhaberin Petra hat nach größeren Renovierungsarbeiten aus dem El Faro ein schmuckes gemütliches Restaurant gemacht und serviert vor allem frischen gegrillten Fisch, wie zum Beispiel Dorada, Tuna, Bonito (ebenfalls ein Thunfisch mit dunklerem festen Fleisch) oder Lubina (Wolfsbarsch). Wir entscheiden uns für Lubina, der mit Pappas Arugadas und hausgemachten Mojos kommt und sehr saftig und lecker ist. Es gibt auch eine Auswahl Tapas und Entremeses. Wir testen die überbackene Aubergine (6,50 €) und die Boquerrones (3 €) – beide Vorspeisen sind ebenfalls empfehlenswert. Natürlich läuft als Hintergrundmusik die CD von den Parranderos de Hermigua. Bei wärmeren Temperaturen kann man im El Faro auch auf der Dachterrasse mit Blick auf das Meer sehr idyllisch speisen.

Auch die Bar Mocondo unten am Playa La Caleta, der Nachbarbucht von Hermigua, statten wir abermals einen Besuch nach der tollen Genuss-Wanderung zur ehemaligen Bananenverladestation ab. Wir testen einen gegrillten Tintenfisch (Choco) für immerhin 10 Euro, der allenfalls mittelmäßig ist. Die teils ruppige Gangart der Bedienung ist zudem gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. Nach dem Besitzerwechsel im Oktober 2010 hat sich die Qualität des Restaurants offenbar etwas verändert, wurde doch die Bar am Playa La Caleta im Michael Müller Reiseführer noch lobend erwähnt. Am Strand von La Caleta kann man wunderbare Steinmännchen bauen, ein geredezu "meditativer Zeitvertreib", den Corinna in diesem Urlaub mit wachsender Leidenschaft entdeckt!


Sonstige neue Entdeckungen auf Gomera


La Dama
Erstmals fahren wir hinab in diesem Jahr in das Nachbartal des Valle Gran Rey. Von Chipude ausgehend führt eine gut ausgebaute vierzehn Kilometer lange Straße zu dem Dorf, das sich komplett dem Anbau von Bananen verschrieben hat. Auch La Dama profitiert von dem warmen Klima des Südens der Insel. Während oben in Chipude noch kühle Temperaturen um 10 Grad vorherrschten, ist es hier unten nach einer gerade einmal 20 minütigen Autofahrt mit 24 Grad sommerlich warm. Einige Häuser von La Dama thronen auf der Abbruchkante zum Barranco de la Rajita und haben einen geradezu atemberaubenden Ausblick auf das Meer. Eines davon, das Casa Muna, ein im marokkanischen Stil geschmackvoll eingerichtetes Haus für bis zu sechs Personen, kann auch über die Homepage von Gomera Individual gemietet werden. Die Idylle des Tales von La Dama wird ein wenig beeinträchtigt durch die teils eingehüllten Bananenplantagen. Ansonsten geht es hier unten äußerst beschaulich zu. Es gibt lediglich eine kleine Bar mit angeschlossenem Tante Emma Laden, der bei unserem Besuch allerdings nicht geöffnet ist. Die nächste Einkaufsmöglichkeit gibt es erst wieder in Chipude, 20 Autominuten entfernt. Vom großzügigen durch Platanen beschatteten Vorplatz der Ermita des las Nieves hat man einen ebenfalls schönen Blick auf die Playa de la Rajita.

Unten an der Playa erschließt sich dem Besucher das Flair des Strandes erst auf den zweiten Blick, zumal hier die Ruinen der ehemaligen Bananenverladestation von La Dama einem kontinuierlichen Verfall ausgesetzt sind. Wenn man die Barracken im Hintergrund ausblenden kann, hat man hier himmlische Ruhe und hat den Strand mehr oder weniger ganz für sich ganz alleine. Das Meer ist heute hier unten so ruhig, dass wir das einzige Bad unseres diesjährigen Gomera-Urlaubes im Atlantik wagen. Ansonsten verbringen wir einen wunderbaren Strandtag mit einem guten Buch und viel Sonne.

Gegen Abend fahren wir zurück nach Agulo über Igualero. An der dortigen Ermita befindet sich der Mirador de Igualero, von dem aus wir ein fantastisches Farbschauspiel durch die untergehende Sonne über dem von Nebelschwaden umhüllten Tafelberg Fortalezza geboten bekommen. Hier oben pfeift ein eisiger Wind - wenn man bedenkt, dass wir vor gerade einmal einer halben Stunde bei 24 Grad Lufttemperatur im Atlantik gebadet haben!





Wanderungen
Wir haben während unseres Aufenthaltes 2011 auf Gomera nahezu täglich erlebnisreiche Wanderungen unternommen. Im Folgenden beschreiben wir lediglich die Wanderungen, die wir in unseren Reiseberichten von 2008 und 2010 noch nicht erwähnt haben.
Die Wanderungen auf Gomera sind hervorragend im sehr empfehlenswerten
Rother Wanderführer beschrieben.

Von El Guro nach El Cercado
Gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft machen wir eine wunderbare Tour von El Guro nach El Cercado. Der schweißtreibende Aufstieg zur Kammhöhe Degollada del Cerrill über die Ermita de Los Reyes entspricht einer Tour, die wir 2008 bereits gemacht haben (Rother Nr. 26). Oben folgen wir dann aber dem gelb-weiß markierten Hauptpfad, der sanft hinab führt in den Barranco de Argaga. Gomerische Dattelpalmen säumen das Bachbett so weit das Auge reicht. Im trockenen Bachbett auf den ausgewaschenen Felsen legen wir erst einmal eine kurze Rast ein. Auf der anderen Seite des Barrancos setzt sich der Weg fort zu einem verfallenen Wasserkanal. Über einen Kanalweg geht es nun zu den verlassenen Steinhäuschen von La Matanza. Leider versperrt uns an der Felsscharte bei La Matanza, an der sich einige Pfade kreuzen, dichter Nebel die ansonsten sicher schöne Aussicht auf das Valle Gran Rey. An dem etwas verwirrenden Wegweiser setzen wir den Weg entlang von Terrassenfeldern fort in Richtung El Cercado. Dort erfrischen wir uns in einer kleinen Bar, aus der es verlockend nach frischem Knoblauch duftet, mit einem kühlen Getränk. Mit dem 15.15 Uhr Bus fahren wir zurück in Valle Gran Rey, der Fahrpreis beträgt 3 €.

Rundtour von Vallehermoso über den Roque Blanco und El Tion

Wir sind mit Christina & Marcus zum Wandern verabredet, um eine unserer Lieblingstouren auf Gomera zu machen, von Vallehermoso zur Cumbre de Chijeré. Diese Tour bietet im zweiten Abschnitt atemberaubende Ausblicke auf die nördliche Küste Gomeras. Empfehlenswert ist daher ein makelloser blauer Himmel, den wir leider am heutigen Tag nicht vorfinden. Daher entscheiden wir uns kurzer Hand für eine ebenso reizvolle Alternative: Die Rundwanderung von Vallehermoso über El Tion. Allerdings wählen wir dieses Mal die Variante über den Embalse de la Encantadora (Wanderweg LG7), die deutlich reizvollere Variante dieser Tour, wie sich herausstellen wird. Zunächst geht es über einen verwachsenen, aber schönen Pfad bergauf. Wir folgen den nicht immer auf den ersten Blick auszumachenden Markierungen bis zu einem Grad, von dem man einen phantastischen Blick auf zwei Seitentäler Vallehermosos und den markanten Roque Cano hat. Kurze Zeit später kommt auch bereits der Stausee von Encantadora in Sicht, der malerisch unten im Talkessel liegt.

Zahlreiche Palmen säumen das Ufer beim Weiler Rosas de las Piedras am gegenüber liegenden Seeufer. Der nun folgende Abstieg über den komplett zu gewucherten steilen Pfad erfolgt durch dichte dornige Macchia und hinterlässt an unseren Beinen deutliche Spuren. Offenbar wird diese Wegvariante nicht von vielen Wanderern gewählt. Über ein asphaltiertes Sträßchen geht es entlang des linken Stauseeufers aufwärts in Richtung El Tion. Ein in Serpentinen aufwärts führender Bergpfad führt schließlich hinauf auf den Roque Blanco, ein dreißig minütiger schweißtreibender Anstieg. Die Bergalm El Tion mit seinen saftig grünen Wiesen kommt in Sicht und wird nach einer weiteren halben Stunde Wanderung ohne nennenswerte Steigung erreicht. El Tion ist ein wunderbarer Platz, um eine ausgedehnte Rast einzulegen. Wir verspeisen unseren mitgebrachten Proviant und plaudern eine ganze Weile mit Christina und Marcus über unsere letzte Reise nach Costa Rica.

Ab El Tion entspricht der Weg der im
Rother Wanderführer beschriebenen Tour Nummer 40, die wir in unserem Reisebericht 2010 ausführlich beschrieben haben. Der Abstieg mit Blick auf den mächtigen Vulkankegel Roque Cano ist ein wahrer Genuss! Zurück in Vallehermoso lassen wir uns ein kühles Bier in der Bar Central schmecken. Nachdem wir unseren Einkauf im gut sortierten Spar-Laden erledigt haben, machen wir uns auf den Weg zurück ins Valle.


Von Alojera zur Playa de Trigo
Eine gemütliche einstündige Wanderung führt von Alojela hinunter zur Playa de Trigo, sicher einer der besten Strände auf Gomera überhaupt und noch immer ein Geheimtipp. Wir sind an diesem Tag zumindest mehr oder weniger alleine am Strand. Baden ist allerdings aufgrund der gewaltigen Wellen nicht möglich. Neben der Bar Perdomo in Alojera geht es über einen Treppenweg hinunter über Terrassenfelder und einen Palmenhain zum Barranco Grund. Der Abstieg ist relativ unspektakulär, da man stets den kargen stark eordierten Barranco vor Augen hat. Auf dem Rückweg ist der Ausblick auf die zahlreichen Palmen und die Terrassenfelder von Alojera sehr viel schöner.

Am Abend essen wir in der Bar Prisma am Playa de Alojera. Uns gefällt das Ambiente dieser Bar besonders gut. Hier sitzt man in einem Treppengang mit Blick auf das raue Meer, Sonnenuntergang inbegriffen. Es gibt ehrliche gomerische Hausmannskost, zumeist Fisch, zu zivilen Preisen, zum Beispiel Bacalao (Kabeljau als Stockfisch) für 10,--€ oder Chocos a la Plancha (ganzer Tintenfisch) für 8,50 €.


Rundtour von Lo del Gato nach Taco
Zu dieser wunderbaren Tour kommen wir eigentlich mehr zufällig: Der Inselsüden um Santiago ist am heutigen verregneten Tag das einzige trockene Fleckchen, die Sonne lässt sich sogar zwischen den Wolken hier und da blicken. Anders als im Rother beschrieben (Tour Nr. 13), starten wir bei Lo del Gato am Endpunkt der Straße.

Im oberen Teil der Anfahrt ist diese Straße eine Schotterpiste mit Schlaglöchern, so dass man sich mit dem Auto gemächlich zum Ausgangspunkt der Wanderung vorkämpfen muss. Der erste Teil der Tour erfordert ein bisschen Orientierungsvermögen. An den letzten Häusern von Lo del Gato gelangt man zu einem Wasserreservoir, von dort aus windet sich ein verwachsener Camino den Hang hinauf. Hier und da sind Steinmännchen auszumachen, die bei der Orientierung ein wenig helfen. Der imposante Roque Agando thront majestätisch oberhalb des Barrancos.

Nach ca. einer halben Stunde sieht man links oben im Hang eine scheinbar einzeln stehende Palme stehen, die man ansteuern muss. Ab hier ist der Weg nunmehr leicht zu finden. Über einen schönen Bergpfad mit schönem Ausblick in das Tal von Guarimar gelangt man zu einem aussichtsreichen Rastplatz, von Palmen umsäumt. Hier legen wir eine Rast ein, um unseren mitgebrachten Proviant zu verzehren. Entsetzt stellen wir fest, dass ich leider die falsche Tüte aus unserem Kühlschrank eingepackt habe, in der sich lediglich ein Stück Butter, ein paar Scheiben Schinken und ein Käse befindet. Unsere Wandergefährten Christina und Marcus helfen uns aus der Patsche, in dem sie uns etwas von ihrer Wegzehrung abgeben.

Wir steigen hinab zum kleinen Weiler El Cabezo. Von dort aus führt eine geteerte Straße auf die Talstraße, der wir rund zehn Minuten um eine vor uns liegende Felsnase, die das Tal von Guarimar von dem Barranco de Benchichigua trennt, bis nach Taco folgen. Weiter geht es nach Pastrana, dem Einstieg in den Benchichigua Barranco. Leider hat inzwischen ein dichter Nieselregen eingesetzt, so dass wir bis auf die Knochen nass werden. Der Camino führt zunächst an üppigen Terrassengärten mit Bananen, Orangen, Feigen und Wein vorbei und setzt sich fort hinab in den Grund des Barrancos. Wir folgen dem Camino auf der rechten Hangseite, den mächtigen Roque Agando vor Augen. Auf dem schön angelegten Bergpfad gelangen wir nach einer Stunde schließlich zu einer mit einem Steinmännchen gekennzeichneten Weggabelung, wo wir links hinunter steigen zu dem nun vor uns liegenden Ausgangspunkt Lo del Gato. Den zweiten Teil dieser tollen Tour haben wir im vergangenen Jahr bereits einmal in umgekehrter Richtung gemacht, als wir von Imada über die Eremita de San Juan bis nach Taco gewandert sind.

Von Imada durch den Barranco de Santiago bis nach Taco und zurück durch den Barranco de Guarimiar
Eine atemberaubende Variante in den traumhaft schönen Tälern um Imada ist diese Tour, die wir am heutigen Tag ausgewählt haben. Imada ist wahrlich ein Sonnenloch – wenn es auf der ganzen Insel, so wie heute, regnet, scheint oberhalb von Santiago die Sonne! Wir starten am Umkehrplatz vor der Bar des Dörfchens und wandern über den gelb-weiß markierten Camino über Terrassenfelder in Richtung des Weilers El Azadoe mit seinen verfallenen Häuschen. Über eine Felsscharte gelangen wir hinüber auf die andere Seite des Bergrückens und folgen dem gut sichtbaren Bergpfad. Unter uns liegt der kleine Weiler Lo del Gato, Ausgangspunkt unserer Wanderung vor wenigen Tagen. Nach ca. einer halben Stunde mündet der Pfad auf den Weg, über den wir von Lo del Gato kommend nach Taco gewandert sind. Oberhalb von Taco rasten wir an dem selben aussichtsreichen Plätzchen wie vor wenigen Tagen.


Anschließend folgen wir dem Pfad bis nach Taco. Auf der anderen Barrancoseite ist bereits der schöne Bergpfad nach Imada auszumachen. Unten an der Straße angekommen, versuchen wir durch den Barrancogrund den Weg auf der anderen Talseite zu erreichen – diese kleine Abkürzung bezahlen wir mit zahlreichen Kaktus- und Agarvestacheln, die sich in unsere Haut bohren und die abends mühsam entfernt werden müssen. Die empfehlenswertere Variante ist, auf der asphaltierten Straße Richtung Santiago ca. 500 Meter hinab zu wandern und von dort aus bequem auf den Pfad einzubiegen. Zum ersten Mal laufen wir heute den phantastischen Barranco de Guariamiar aufwärts. Der Camino ist mittlerweile an seiner spektakulärsten Stelle in der Steilwand mit einem Geländer gesichert worden. Das tut der grandiosen Aussicht in die Schlucht jedoch keinen Abbruch. Der Weg in der Guarimiar Steilwand ist sicherlich einer der schönsten überhaupt auf Gomera. Nach über 4,5 Stunden reiner Gehzeit erreichen wir etwas erschöpft unseren Ausgangspunkt in Imada und erfrischen uns in der dortigen Bar an der Plaza mit einem kühlen Bier.


Kurze Rundtour bei Imada mit Zwischenfall

Unsere geplante Wanderung bei El Cabrito im Süden der Insel findet ein jähes Ende: Kurz hinter dem Aussichtspunkt Degollada de Peraza wollen wir auf einen Parkplatz auf der linken Straßenseite einbiegen, als ein von hinten kommenden Fahrzeug uns rammt. Der Fahrer hat offenbar trotz des gesetzten Blinkers nicht gesehen, dass wir abbiegen wollten. Natürlich entsteht sofort eine temperamentvolle Debatte über die Schuldfrage – in dieser Aufregung können wir mit unseren wenigen Spanischkenntnissen noch nicht punkten. Glücklicherweise ist keinem der Unfallbeteiligten etwas passiert. Am Unfallort trifft dann zufällig der Präsident von La Gomera ein, Senor Casimiro Curbelo, der hier gerade in aller Munde ist aufgrund eines Skandals im Rotlichtmilieu von Madrid. Dort soll er Liebesdienste nicht bezahlt und vor lauter Wut die Einrichtung des Etablissements demoliert haben. Mit unseren Unfallgegnern palavert er eine Zeit lang und schafft es zumindest die Guardia Civil zum Unfallort zu beordern. Uns hingegen würdigt er keines Blickes oder Wortes – für einen hochrangigen Inselpolitiker, der schließlich auch vom Tourismus lebt, nicht gerade ein Ruhmesblatt! Kurze Zeit später trifft zufällig sogar noch ein lokales TV-Kamera Team ein, das interessiert Aufnahmen vom Unfall macht und sogar einige Interviews führt. So spektakulär war das Ereignis doch nun wirklich nicht, so dass davon im Lokal-TV berichtet werden könnte! Inzwischen ist auch die Mitarbeiterin unserer Autovermietung Avis eingetroffen und regelt sämtliche Formalitäten. Sie nimmt uns anschließend mit hinunter nach Santiago ins Avis Büro, da unser Polo nicht mehr fahrbereit ist und abgeschleppt werden muss. Sofort bekommen wir ein neues Fahrzeug. Wir sind wirklich froh, dass wir in diesem Jahr über eine renommierte Autovermietung das Auto angemietet haben, der Service von Avis ist in einem Ernstfall wirklich sehr lobenswert.

Aus einer geplant langen Wanderung wird aufgrund des Zwischenfalls nun ein kurzer 1,5 stündiger Spaziergang bei Imada, allerdings gespickt mit einigen Auf- und Abstiegen, so dass wir doch noch ein kleines Sportprogramm am heutigen Tag absolvieren. Die kleine Runde ist dennoch durchaus lohnenswert, so dass wir sie an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen wollen. Auf dem gleichen Weg wie vor einigen Tagen folgen wir dem wunderschönen Bergpfad mit tollen Ausblicken auf den Barranco de Guarimiar und das idyllische Dörfchen Imada. Kurz vor dem Erreichen des Sattels zum Barranco de Benchichigua biegen wir links ab auf einen weiß-weiß markierten, aufwärts führenden Pfad in Richtung Parajito. Auf der rechten Seite des Barranco de Izador verläuft der Pfad stetig aufwärts. Oben kommt bereits der durch ein Geländer gesicherte Querweg nach Imada in Sicht. Und dieser Wegabschnitt ist wahrhaft als spektakulär zu bezeichnen: Durch eine senkrecht abfallende Wand schlängelt sich der schmale Pfad hinüber bis zu einem Sattel, von wo bereits Imada in Sicht kommt. Wir verweilen noch eine ganze Weile bei herrlichem Sonnenschein und tollem Panorama und beruhigen auf diese Weise unsere Nerven von dem letztlich glimpflich verlaufenen Unfall.

 

Von Agulo nach Hermigua, über Ibo Alfaro zum Lomo Gordo, zurück durch die Steilwand von Agulo
Eine äußerst spektakuläre Wanderung ist die Rundtour von Agulo nach Hermigua zum Lomo Gordo. Nicht zu Unrecht ist diese Tour im Rother Wanderführer schwarz gekennzeichnet und nur geübten Wanderern zu empfehlen, da zwei anstrengende Pfade in den senkrechten Steilwänden von Hermigua und Agulo bewältigt werden müssen. Wir beginnen unsere Tour mit dem unangenehm steilen Abstieg entlang der verlassenen Bananen Terrassenfelder von Agulo. Hier sind die Reste eines Transportliftes zu erkennen, genannt „El Transportador“, über den früher die Bananen zur Verladestelle „El Pescante“ unten am Meer transportiert wurden. Der Lift wurde auch von den Arbeitern für den beschwerlichen Auf- und Abstieg genutzt.  El Pescante wurde 1954 durch einen schweren Sturm zerstört und ist seitdem eine Ruine unten am Meer. Wir erreichen Lepe, für uns eines der idyllischsten Dörfchen auf La Gomera überhaupt. Hier hatten wir bereits im vergangenen Jahr die wunderschön gelegene Finca El Sitio ausgemacht und versuchen nun Informationen über eine Vermietung ausfindig zu machen. Wir fragen einen jungen Mann, der uns zufällig über den Weg läuft. Schnell entwickelt sich ein anregendes Gespräch über Gott und die Welt. Endlich können wir einmal auf Spanisch Konversation betreiben, zumal Juan Luis sich sehr viel Mühe gibt und uns korrigiert, wenn wir etwas grammatikalisch falsch ausdrücken. Schließlich begleitet er uns auf dem Weg nach Hermigua. Im Vergleich zum Vorjahr fällt es uns schon sehr viel leichter, spanisch zu sprechen. Übung macht den Meister – nur häufig brechen die an Touristen gewöhnten Gomeros in den Restaurants oder Supermercados aus der von uns erwünschten spanischen Konversation aus und erwidern unsere Sprachversuche, sehr zu unserem Leidwesen, mit deutschen Wortbrocken, die sie irgendwo im Umgang mit deutschen Touristen gelernt haben. In Hermigua verabschieden wir uns von Juan Luis und tauschen noch E-Mail und Facebook Adressen aus. Unser Weg führt nun empor zur Kirche von Hermigua. Hier ist im Vergleich zum Vorjahr einiges geschehen: Es wurden diverse Kreisel gebaut (wozu braucht man die wohl, bei dem geringen Verkehrsaufkommen?) und der Ortskern mit der Plaza de la Encarnacion kann mittlerweile über eine
Umgehungsstraße umfahren werden. Auffallend sind die zahlreichen verwirrenden Einbahnstraßen-Schilder an den Kreiseln, die ein falsches Einbiegen in den Kreisverkehr verhindern sollen, jedoch bei dem einen oder anderen Autofahrer eher das Gegenteil bewirken! Von der Hauptstraße biegt ein asphaltierter Weg ins kleine Dörfchen Ibo Alfaro ab.  Wir folgen den gelb-weißen Markierungen bis zum Fuß der Steilwand von Hermigua. Die im Rother Wanderführer beschriebenen Geländer an den steilen, ausgesetzten Stellen gibt es mittlerweile nicht mehr. Auf diesem Camino sollte der Wanderer schon absolut trittsicher und schwindelfrei sein. Der Pfad eröffnet großartige Ausblicke auf das Tal und theoretisch auch auf Teneriffa – heute behindert ein dickes Wolkenband jedoch das tolle Panorama. Ungefähr auf halber Höhe in der Steilwand fängt es auch noch an zu nieseln, so dass wir bei jedem Schritt höllisch aufpassen müssen, dass wir auf den teils glitschigen Felsen nicht ausrutschen, was fatale Folgen haben könnte! Dennoch genießen wir diesen spektakulären Aufstieg in vollen Zügen und erreichen wohlbehalten die erodierte Kammhöhe von Lomo Gordo. Weiter geht es durch einen kleinen Buschwald über einen verwachsenen Pfad hinunter zu der idyllisch gelegenen Ferienanlage Casas de los Churros – in wunderschöner Umgebung gelegen, jedoch ziemlich „ab vom Schuss“. Von hier aus geht es zum Mirador de Agulo, wo man den atemberaubenden Ausblick eine Weile genießen sollte. Abwärts ist die Steilwand sicher noch schöner als in umgekehrter Richtung, da man das Dörfchen Agulo und die Silouette des Teide jederzeit in Blickrichtung hat. Unten wachsen auf den verlassenen Terrassen noch kleine köstliche Tomaten, die wir mit großem Genuss verspeisen. Auf Gomera muss man auf Wanderungen nicht verhungern, da man überall irgendwelche wild wuchernden Früchte findet – und sei es nur die omnipräsenten Kaktusfrüchte!


Von Hermigua nach Los Acevinos

Die Tour ist aufgrund ihrer Länge von rund fünfeinhalb Stunden ziemlich anstrengend, zumal jeweils ein heftiger Auf- sowie Abstieg und jeweils 900 Höhenmeter bewältigt werden müssen. Ausgangspunkt ist die Gofio-Mühle von Hermigua, Anziehungspunkt für Teneriffa-Tagestour-Busse gegenüber dem El Convento. Nebenbei gesagt kann man sich den Besuch der Gofio-Mühle getrost sparen, da außer einem „Plünn-Laden“ nichts wirklich Spannendes zu sehen ist. Zunächst geht es durch den kleinen Ortsteil San Pedro hindurch über eine steile Treppe zu einer kleinen asphaltierten Straße, die unterhalb der markanten Zwillingsfelsen entlang führt. Durch Terrassenfelder, der parallel verlaufende Wasserleitung folgend, steigen wir auf dem schönen Camino kontinuierlich bergan. Es eröffnen sich tolle Ausblicke auf das Valle de Hermigua.

Der Weg hinauf nach El Cedro ist sicherlich einer der meist frequentierten Senderos auf Gomera, dementsprechend kommen uns diverse Wandergruppen entgegen. Hoch oben von El Cedro ergießt sich der höchste Wasserfall Gomeras hinunter ins Tal von Hermigua und bildet dort überall kleine malerische Kaskaden im weiteren Verlauf des Baches. Nach einem schweißtreibenden Anstieg erreichen wir El Cedro und kehren erst einmal in dem kleinen Bergrestaurant La Vista ein, in dessen Gastraum ein wärmendes Feuerchen in einem Kaminofen prasselt. Wir genießen eine hervorragende Brunnenkressesuppe mit Gofio (geröstetes Maismehl) für ganze 2,50 €. Diese Gericht ist das „Nationalgericht“ von La Gomera und wird in vielen Restaurants angeboten, selten jedoch so gut wie hier!

Hinter dem Restaurant setzt sich der Weg fort und ist an einigen Stellen nicht ganz so einfach zu finden. Die Wegbeschreibung im Wanderführer ist in jedem Fall erforderlich. Prompt finden wir zunächst eine Abzweigung kurz oberhalb von El Cedro nicht, da wir ein Steinmännchen an einer Pfadgabelung übersehen. Der Weg verläuft nun weiter über Forstwege oder schmale Pfade durch den schönen Lorbeerwald bis nach Los Avecinos. Es folgt ein längeres nicht ganz so attraktives Wegstück, da man auf asphaltierten Sträßchen das Dorf passieren muss. Der Weg mündet in einen weiteren breiten Schotterweg, von dem schließlich der bergab führende Camino abzweigt. Es folgt ein mühsamer und anstrengender, jedoch äußerst lohnenswerter Abstieg bis zur Ermita de San Juan. Der nun folgende abwärts führende, geradezu endlose Treppenweg gibt den gebeutelten Knien nun noch einmal den Rest! Wir sind froh, als wir endlich die Carretera del Norte in Hermigua erreichen.


Von Alojera über Tazo nach Epina

Eine Wanderung mit Licht und Schatten! Im Rother Wanderführer als „gemütliche Rundtour“ bezeichnet, was jedoch ausschließlich darauf zurück zu führen ist, dass die Wanderung ohne die ansonsten gewohnten steilen An- und Abstiege auskommt. Dennoch ist die Tour aufgrund ihrer Länge mit einer reinen Gehzeit von minimal fünf Stunden als überaus anstrengend zu bezeichnen. Wir starten an der Bar Perdomo in Alojera und folgen zunächst dem Pfad in den Barranco, wie bei unserer Wanderung zur Playa del Triga vor einigen Tagen. Unten auf einer Asphaltstraße, wenden wir uns nach rechts und folgen der Straße gemütlich, jedoch unspektakulär, bergan. Die Straße geht alsbald über in eine Piste. Schon bald kommt ein Palmen bestandenes Tal in Sicht. Auf der gegenüberliegenden Barrancoseite stehen auf den bewirtschafteten Terrassen schöne kanarische Langhäuser.

Wir kreuzen den Barranco und suchen uns unseren Weg mit Hilfe der hier zahlreich aufgestellten Steinmännchen. Kurz vor Tazo passieren wir einen weiteren sehr schönen Palmenhain. In Tazo selbst ist der Weg relativ schwierig zu finden – zunächst kann man sich an dem Laternenpfad relativ gut orientieren. Später sind weder die gelb-weißen Wegmarkierungen, noch irgendwelche Steinmännchen auszumachen, sodass man ein bisschen Orientierungsvermögen benötigt. Den langen, wenn auch nicht sonderlich steilen Anstieg merkt man dann doch ganz schön in den Waden! Nachdem wir Tazo passiert haben, geht es weiterhin aufwärts bis zur Era de Teheta, einem unspektakuläre anmutenden Versammlungsplatz der Ureinwohner. Es folgt ein wunderbarer, mehrere Kilometer langer Höhenweg ohne nennenswerte Anstiege bis nach Epina, der mehrere Taleinschnitte quert und tolle Ausblicke auf das Tal von Alojera eröffnet. Bei gutem Wetter kann man auch La Palma von hier aus ausmachen. Nach einer guten weiteren Stunde erreichen wir Epina, Wir können allen Wanderern nur die Empfehlung geben, oben an der Hauptstraße auf eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Alojera zu warten. Der letzte Teil dieser Wanderung ist nicht immer leicht zu finden und aus unserer Sicht auch nicht sonderlich attraktiv. Wir quälen uns zunächst, nachdem wir die Hauptstraße gequert haben, über einen vollkommen verwachsenen Pfad abwärts und treffen irgendwann auf den vom Chorros de Epina kommenden GR 132. Nachdem wir die Hauptstraße mehrfach überquert haben, finden wir den im Wanderführer beschriebenen „Quergang“nicht und improvisieren daher den Rest des Streckenverlaufes. Nach gut sechs Stunden erreichen wir erschöpft und angesichts des letzten Teilstücks etwas genervt unseren Ausgangspunkt an der Bar Perdomo in Alojera.

Blick von der Ermita Coromota auf den Teide

Abstieg zum Playa de Vallehermoso mit Blick auf die Nordküste

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